Mahler und Schubert

Taschenphilharmonie: Mahler & schubert

Mahler und Schubert – beide vertreten eine spezifisch wienerische Klangsprache.

Ihre musikalische Verbindung über ein Jahrhundert hinweg tritt besonders ohrenfällig zutage bei der Gegenüberstellung der Rückert-Lieder (Fassung für Kammerensemble) und Mahler und Schubert, die beiden Vertreter einer spezifisch wienerische Klangsprache im Abstand von 100 Jahren werden im Januar-Konzert zueinander in Bezug gesetzt.

Die Lieder Mahlers liegen alle in zwei originalen Fassungen vor: mit Klavierbegleitung und instrumentiert für Orchester. Für die Aufführung der Orchesterfassung der „Rückert-Lieder“ (darunter das berühmte „Ich bin der Welt abhanden gekommen“) forderte Mahler ausdrücklich einen kleinen Rahmen – zu intim war ihm der Inhalt dieser Gedichte, als dass er sie im großen Saal des Wiener Konzerthauses aufführen wollte. So ist der Zyklus ein besonders geeignetes Werk für die taschenphilharmonie, die die Mahlersche Instrumentierung weitestgehend originalgetreu übernimmt und dem Sänger alle Freiräume für eine fein differenzierte Gestaltung lässt. Solist ist Wolfgang Wirsching, der im letzten Jahr mit seiner eindrücklichen Interpretation der „Vier ernsten Gesänge“ von Johannes Brahms beeindruckte.

 

Mit Schuberts „a-Moll Sonate“, die Peter Stangel auf Anregung des Pianisten Alfred Brendel instrumentierte, geht die taschenphilharmonie wieder neue Wege. Es ist in der Musikwissen-schaft seit langem bekannt, dass Schubert in seinen späteren Klaviersonaten geradezu sinfonische Anlagen umzusetzen versuchte, denen die Ausdrucksmöglichkeiten eines Klavier nur unvollständig gerecht werden können. Mit dieser Instrumentierung für Ensemble macht die taschenphilharmonie Ernst mit diesen sinfonischen Elementen: Das Ergebnis ist eine faszinierende Kammersinfonie, die – ohne, dass eine einzige Note geändert worden wäre – bereits Medelssohn, Brahms und Mahler vorausahnen lässt – Schubert the modern!

Solist: Wolfgang Wirsching, Bariton